Freitag, 29. Mai 2015

Zeit

Die Zeit ist etwas sehr Seltsames. Nicht greifbar und materiell, aber neben dem Geld wohl der größte Diktator unserer Gesellschaft. Alles rennt und hastet, jeder versucht so viel wie möglich in die zur Verfügung stehenden vierundzwanzig Stunden zu packen. Mit welcher Konsequenz? Volle Terminkalender und immer das Gefühl zu wenig geschafft zu haben. Ihr Vergeuden wird als frevelhaft beschrieben und selbst das Nichtstun wird geplant. Da merkt man, wie abstrus das doch eigentlich ist. Ich frage mich: Ist das noch leben, wenn alles geplant ist?



Ich denke, Leben ist viel mehr das, was außerhalb des Kalenders passiert.

Zu viel Planung zerstört Magie. Ich glaube nur mit Zeit wird man glücklich und damit meine ich, dass man sich seine Prioritäten entsprechend setzten muss. Wir können uns nicht mehr Zeit kaufen, aber wir können die die wir haben nutzen, auch mal verschwenden und dabei leben. Magie und Energie, die uns glücklich machen erfahren wir nicht in der geplanten Me-Time, sondern dann, wenn man sich Zeit lassen kann. Beim Einkaufen spontan zu beschließen noch Schaufenster gucken zu gehen, einfach mal alles weglegen und in die Sonne sitzen oder spontan eine Freundin treffen. Jene Momente sind es, die es schaffen, Glück fühlen zu lassen. Irgendwann ist unsere Zeit abgelaufen, und was ist, wenn wir dann merken, dass alles geplant war?









Den Satz „Ich habe keine Zeit“ habe ich aus meinem Leben verbannt. Etwas, das mir am Herzen liegt, ist zu wichtig um mit so einer Floskel abgetan zu werden. Aber wir verwenden sie ständig, wie „Hallo“ und „Guten Tag“. Uns fehlt ein Bewusstsein für die Zeit und auch das Wissen, was uns verpasst, wenn wir uns hinter diesem Satz verstecken.
Setzte Deine Zeit so bewusst ein wie dein Geld! Überlege, ob du für das, was du tust wirklich deine Zeit investieren willst. Ist es richtig, dass du diese Verabredung absagst, oder denkst du nur keine Zeit zu haben. Mit ein bisschen mehr Gelassenheit lebt es sich leichter und es lässt sich auch etwas verschieben. Dann wird die Wäsche eben erst übermorgen gemacht oder einfach auch mal nicht gebügelt, denn: Das Leben hat Priorität!



Meine Zeit ist mir heilig - hochheilig. Ich setzte sie ein wie Geld, lebe mit ihr, kaufe mir damit Dinge, die mir Geld nicht geben können und genieße. Lebe.


Liebste Grüße

Charlotte

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Hier könnte jetzt noch ein 'folgt mir, folgt mir' stehen, aber Du bist intelligent genug, dass du das ganz  selbstständig machst, wenn es Dir hier gefällt!



Kommentare:

  1. Ein sehr schöner - und treffender - Text. Ich denke auch, dass dort, wo ein Wille ist, auch Wege geschaffen werden können, dass man sich Zeit nehmen kann, wenn es einem wichtig ist und dass "Ich habe keine Zeit" viel zu oft als Ausrede benutzt wird. Und auch mit deinem Satz, dass inzwischen auch Nichtstun geplant werden muss, triffst du den Nagel auf den Kopf. Ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt, wie pervers das eigentlich ist, dass selbst sowas inzwischen im Terminkalender eingeplant werden muss. Da läuft irgendwas wirklich gewaltig schief.

    Übrigens, da du gerade in Linas Blog (durch den ich hier her gekommen bin) meintest dass du dich über Verbesserungen freust, nehme ich mir gleich mal eine heraus: Die Präposition "neben" steht mit Dativ, es muss ganz am Anfang also heißen "neben dem Geld". Ich gebe aber zu, dass ich inzwischen (wohl als unterbewusste Reaktion auf die vielen Genetiv-Verleugner, die das "wegen dem" leider inzwischen gesellschaftsfähig gemacht haben - Pfui Teufel!) auch dazu neige, eher zu viele als zu wenige Präpositionen mit Genitiv zu verwenden ;)

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Danke, für den Hinweis. ändere es gleich. Ich protestiere auch gegen den Dativ. :D Aber wo er sein muss, muss er sein - da hat er ja dann auch seine Berechtigung.
      Danke für deinen lieben Kommentar.
      Vielleicht schaust du mal wieder vorbei ;)

      Liebste Grüße
      Charlotte

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